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Miami:Tour in der Natur
Wilkommen in den Everglades
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Everglads
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Was ist das wichtigste Tier in den Everglades? Die Antwort, die ich immer bekomme auf meinen Touren, ist: der Alligator! Stimmt es oder nicht?

Meine Antwort ist: die Moskitos, da es nur etwas mehr als eine Million Alligatoren gibt, aber sicher mehr als zehn Millionen Moskitos! Spaß beiseite! Wir wollen ja hier eine richtige Everglades-Tour sehen, oder? Zunächst mal ein tolles Bild von einem Alligator. Was wissen Sie über dieses Tier?

Nicht viel, habe ich da gerade gehört?! Ja, deswegen sind Sie ja auch hier auf dieser virtuellen Tour, richtig? Also, wo soll ich anfangen? Am besten mit einem Zitat von einer Frau, die 108 Jahre alt geworden ist und nie aufgehört hat, für den Schutz und die Erhaltung der Everglades zu kämpfen:

"Es gibt keine anderen Everglades auf der Welt. Sie sind, sie sind immer gewesen – eine der einzigartigsten Regionen der Erde, deren Geheimnis niemals ganz entdeckt wurde. Es gibt nichts Vergleichbares anderswo: ihre überwältigende Weite und funkelnde Offenheit, weiter als die enorme Spanne des Horizonts mit ihren salzigen und süßen massiven Winden unter den blendenden blauen Höhen des Raumes. Sie sind einzigartig in ihrer Einfachheit, ihrer Vielfalt, ihrer verwandten Harmonie in den Formen des Lebens, das sie umgeben. Das Wunder des Lichts ergießt sich über die grüne und braune Weite aus Gras und Wasser, glänzend und sehr langsam dahin fließend. Gras und Wasser – das ist die umfassende Bedeutung der Everglades von Florida. Es ist ein ewig fließender Fluß aus Gras (The River of Grass)."

Dieses wunderschöne Zitat (von mir frei übersetzt) stammt aus dem Buch „The Everglades: River of Grass” (1947 erstmals erschienen) von Marjory Stoneman Douglas, einer Amerikanerin, die ihr Leben unter anderem dem Schutz und der Erhaltung der Everglades gewidmet hat.

Der Nationalpark der Everglades in Florida wurde 1947 gegründet mit dem Ziel, die Fülle und Vielfalt dieser faszinierenden Pflanzen- und Tierwelt und dieser einzigartigen Landschaft mit ihrer gelassenen und ruhigen Schönheit zu bewahren. Auf 6000 km² erstrecken sich die Everglades und bieten jedem Besucher ein Naturerlebnis ganz besonderer Art – keine gigantischen Berge, keine Wasserfälle oder reißenden Ströme darf man hier erwarten, sondern eine sehr flache Landschaft mit einem langsam dahin fließenden Fluss aus Gras, der viele Geheimnisse birgt, die es zu entdecken gilt: Bauminseln (Hammocks) mit ihren Pinien- und Mangrovenwäldern, die einst das Zuhause der Indianerstämme waren und viele interessante Pflanzen und Tiere beherbergen, den Alligator als Ureinwohner der Everglades, große Wasserschildkröten, 350 verschiedene Vogelarten wie Störche, Ibisse, Reiher, Geier, 28 verschiedene Schlangenarten, aber nur drei davon giftig, den Florida-Panther, von dem es nur noch etwa 50 gibt, da er vom Aussterben bedroht ist, den Waschbären, das Stinktier, den Weißschwanzhirsch – einfach die größte subtropische Wildnis in den Vereinigten Staaten.

Hier ist der einzige Ort auf der Welt, wo man Alligatoren und Krokodile in einem gemeinsamen Lebensraum findet. Beide gehören zur Familie der Crocodylus, entstammen der Zeit der Dinosauriere und sind schon mehr als 200 Millionen Jahre auf dieser Erde. Alligatoren leben nur im Süden der USA und in China in ihrem natürlichen Habitat. Krokodile bevorzugen Salzwasser, den Ort, wo der River of Grass in der Florida Bay in den Atlantik mündet, wobei Alligatoren nur im Süßwasser existieren können. Deshalb ist auch das Krokodil hier vom Aussterben bedroht, da kaum noch einsame Sandstrände am Meer als Lebensraum für diese Spezies existieren.

Den River of Grass, eine Marschlandschaft, die an den meisten Stellen nur etwa einen halben Meter tief ist, überspannt eine Decke aus Schneidegras (Sawgrass), welches messerscharf ist, das aber eine sehr lange und nahrhafte Wurzel hat. Wenn die Indianer nicht jagen konnten wegen Hurrikans oder anderer Wetterunbilden, half ihnen diese Wurzel, angereichert mit Nährstoffen und sauberem Wasser, für etwa einen Monat zu überleben. Andere wunderschöne Pflanzen sind Wasserlilien, Orchideen, verschiedenste Farne, Bananenbüsche, Eichen, Pinien, die der sonnenüberfluteten Landschaft ihr typisches Gepräge geben. Der Fluss kommt aus dem zweitgrößten Süßwassersee der USA, dem Lake Okeechobee in Florida, fließt nur etwa einen Kilometer pro Tag und vereint in sich ein faszinierendes Ökosystem und eine interessante Nahrungskette.

Es gibt viele verschiedene Arten, die Seele der Everglades zu entdecken. Die wichtigsten Faktoren, die bei der Wahl eine Rolle spielen, sind Zeit und Interesse. Es gibt unzählig viele Parks, die Fahrten im Propeller- bzw. Airboot auf dem River of Grass anbieten, sehr interessante Alligator- und Wildlife-Shows, Repliken von Indianerdörfern und Spaziergänge durch die bezaubernde Landschaft. So zum Beispiel auf dem Weg von Miami nach Naples, dem Tamiami Trail (US Highway 41/Tamiami Trail West) entlang. Dort findet man den Safari Park, den Gator Park, Shark Valley, um nur einige zu nennen. Auf diese Weise bekommt man in etwa zwei Stunden einen guten und interessanten Einblick in die Welt der Everglades. Jeder Park hat ein kleines Restaurant, in dem man unbedingt mal Alligator Nuggets probieren sollte – kleine frittierte Klößchen aus Alligatorfleisch, im Geschmack zwischen Hühnchen und Wiener Schnitzel.

Wer den Highway 75 (Alligator Alley) zwischen Ost- und Westküste von Florida nimmt, sollte sich die nördlich davon gelegene Big Cypress Seminole Reservation nicht entgehen lassen. Auf der Billie Swamp Safari kann man eine originelle und interessante Swamp-Buggy-Tour durch den Dschungel der Everglades erleben und viel über die Geschichte der Seminolen, ihre Folklore und ihre Welt im Ah-Tah-Thi-Ki-Museum erfahren. Es gibt Campingplätze oder auch die Möglichkeit, in einem Seminole-Chickee zu übernachten.

Wer mehr Zeit investieren und etwas tiefer schauen möchte, hat vielerlei Möglichkeiten: Rad fahren, paddeln, wandern, angeln, campen, Vögel beobachten. Einen schönen Radweg (24 Kilometer) durch die Wildnis der Everglades gibt es im Shark Valley (am Tamiami Trail), wo man auch Räder mieten oder zu Fuß wandern kann. Wer ins Herz der Wildnis paddeln oder per Kanu fahren möchte, findet im Big Cypress National Preserve in Everglades City an der Ranger Station (Highway 41, östlich der State Road 29) zahlreiche Trails von 4 bis 7 Stunden Länge. Weit weg von ausgetretenen Touristenpfaden, in den südlichsten Teil der Everglades, gelangt man über Florida City (Richtung Key West) und dann weiter nach Flamingo. Dort gibt es sehr ursprüngliche, von Rangern geführte Walking-Tours, Camping- und Angelplätze, Fahrradwege und Wanderpfade. Die Everglades gelten als das viertschönste Vogelbeobachtungsgebiet in den USA. Interessierte Ornithologen sind hier also bestens aufgehoben – besonders zu empfehlen der Anhinga Trail bei Flamingo oder auch der Snake Bight Trail und Eco Pond bei Long Pine Key, westlich von Homestead und Florida City.

Kerstin
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